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Stadtgeschichte Hamburg

Die Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg ist von Beginn an vom Kampf um ihre Eigenständigkeit geprägt. Dabei hat die Stadtgeschichte so viele unterschiedliche Wendungen erfahren, dass es kaum möglich ist, einen überschaubaren Überblick in Kürze zu vermitteln. Deshalb seien im Folgenden nur einige wichtige historische Wendepunkte genannt.

810 – 820 Errichtung der Hammaburg

Aufgrund der Völkerwanderung in den frühen Jahrhunderten hatten sich im Gebiet um Hamburg heidnische Sachsen und Slawen angesiedelt, die Kaiser Karl der Große zu Beginn des 9. Jh. christianisieren wollte. Zu diesem Zwecke ließ er eine Burg errichten, in der Christen bzw. christliche Missionare Schutz fanden. Die Hammaburg gilt als Ursprung der Stadt Hamburg und prägt bis heute das Stadtsymbol.

1066 Slawenaufstand

Bis ins 11. Jh. wurden noch vier weitere christliche Schutzburgen errichtet, doch auch sie konnten nicht verhindern, dass es 1066 zum Slawenaufstand kam. Im Protest gegen die christlichen Herrscher und ihre Abgaben wurden Wohnsiedlungen niedergebrannt und die Überlebenden versklavt.

12. Jahrhundert: Die Entwicklung zur Handelsstadt

Als mit Graf von Schauenburg ein weltlicher Herrscher die Regierung über Hamburg übernahm, beruhigte sich die politische Lage. Von Schauenburg ließ das Nikolaifleet erbauen und machte damit erstmals die Seitenkanäle der Elbe systematisch als Handelsstraßen nutzbar. Zahlreiche Handelsleute ließen sich im Nikolaifleet nieder und verwandelten den Ort bald in einen florierenden Marktplatz. 1189 verlieh Kaiser Barbarossa Hamburg das Stadtrecht, das mit Marktrecht und Zollfreiheit verbunden war. Damit begann der blühende Aufstieg der Stadt Hamburg. Dem Nikolaifleet folgten bald weitere Fleetanlagen, die zum Teil bis heute erhalten sind und zu den schönsten Flecken der Stadt zählen. Mit einer Rundfahrt kann man sie vom Boot aus erkunden.

13. Jahrhundert: Hamburgs Verteidigung gegen Dänemark

Hamburg lag seit seiner Stadtgründung an der Grenze zu Dänemark und war immer wider den Eroberungsfeldzügen der Dänen ausgesetzt. In der Schlacht bei Bornhöved wurde der feindliche Nachbar im Jahr 1227 mit Hilfe der Hamburger Bürger vernichtend geschlagen, was u.a. auch den inneren Zusammenhalt der Bürgerschaft stärkte. Adolf IV. von Schauenburg wurde als uneingeschränkter Herrscher über die Stadt anerkannt. Dieser wiederum dankte das Vertrauen mit einem liberalen Regierungsstil. Unter ihm konnten sich Handel und Gewerbe frei entfalten. In diese Zeit fällt z.B. der historische Beginn der Hamburger Brauereiwirtschaft.

In den Vierziger Jahren legten die Hamburger zum Schutz vor weiteren Angriffen eine Stadtbefestigung an. Ihr Verlauf prägt bis heute die Hamburger Innenstadt mit den Bestandteilen: Millerntor, Steintor, Alstertor, Lange  Mühren und Kurze Mühren.

14. Jahrhundert: Hanse, Pest und Piraten

Mit seinem Beitritt in die Hanse konnte Hamburg seine wichtige Stellung als Handels- und Hafenstadt weiter ausbauen. Die Hanse war eine Vereinigung niederdeutscher Städte, vornehmlich der Hafenstädte wie Rostock, Stralsund, Lübeck und Bremen, die durch die gemeinschaftliche Vertretung ihrer Interessen viele Vorteile erlangten und auch politischen Einfluss hatten.

Mit der Entwicklung der Handelsschifffahrt breitete sich aber auch die Piraterie aus. Die Seeräuber sagten dem Reichtum der Hamburger „Pfeffersäcke“ den Kampf an. Schließlich beruhte dieser Reichtum auch auf der Ausbeutung einer armen Bevölkerung, die teilweise unter erbärmlichen Zuständen ihr Leben fristete. Die unhygienischen Bedingungen in den Armenvierteln zogen die Pest an. Sie raffte im Jahr 1350 fünftausend Hamburger dahin.

50 Jahre nach dem Ende der Seuchentage besiegten die Hamburger Stadtherren dann auch das Piratentum. 1401 gelang es ihnen, den dereinst berühmtesten Seeräuber Klaus Störtebeker zu fassen und mitsamt seiner Gefolgschaft hinzurichten.

15. und 16. Jahrhundert: Hamburg, die liberale Einwandererstadt

Schon früh hat sich Hamburg als offene Einwandererstadt erwiesen. Bereits im späten Mittelalter fanden sephardische Juden aus Spanien und Portugal in Hamburg eine neue Heimat. Sie legten den Ursprung für eine jahrhundertealte jüdische Tradition, deren Spuren noch heute im Stadtbezirk Eimsbüttel zu entdecken sind.

Um die immer wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen Stadtherren und Bürgern zu beruhigen, hat Hamburg als erste Stadt im deutschen Reich eine Verfassung verabschiedet. Diese räumte den Bewohnern Hamburgs ein großes Mitbestimmungsrecht ein. So konnten z.B. auch keine kriegerischen Handlungen mehr ohne Zustimmungen der Bevölkerung begangen werden.

17. Jahrhundert: Hamburg trotzt dem Dreißigjährigen Krieg und den Dänen

Während überall in den deutschen Staaten das Massensterben unter einem endlosen Kriegsgemetzel vonstatten ging, konnte sich Hamburg gegen den Dreißigjährigen Krieg weitestgehend schützen. Hamburg ließ die unüberwindbaren Wallanlagen errichten, noch bevor die Kriegshandlungen die Stadt erreicht hatten. Heute befindet sich auf den Wallanlagen einer der schönsten frei zugänglichen botanischen Gärten Deutschlands. Sein Name „Planten un blomen“ mag noch an die niederländischen Baumeister erinnern, die den Schutzwall einst errichteten.

Ein weiteres wichtiges Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert ist die St. Michaeliskirche, die auf einer der Wallanlagen errichtet wurde. Die Michaelisgemeinde galt lange als die ärmste Kirchengemeinde von Hamburg. Heute ist der Hamburger „Michel“ zum Wahrzeichen der Stadt geworden.

Neben den Wallanlagen war die Nähe zur dänischen Stadt Altona ein weiterer politischer Konfliktherd. Altona (dem Begriff „all zu nah“ entstammend) war ebenfalls eine wirtschaftlich blühende Stadt, die genauso wie Hamburg immer weiter wuchs. Mit einem neuen Stadtteil, der „Großen Freiheit“, hatte Altona endgültig die Tore der Stadt Hamburg erreicht. Die „Freiheit“ entwickelte sich zu einem wirtschaftlich florierenden Bezirk, der viele Einwohner Hamburgs zur Abwanderung in das Königreich Dänemark verleitete.

18. Jahrhundert: Friede mit den Dänen

Die ständigen Anfeindungen durch Dänemark konnte Hamburg auf friedliche Weise beseitigen. Im Laufe der Jahre hatte sich Dänemark beim Stadtstaat Hamburg immer mehr verschuldet. Ein Schuldenerlass brachte Hamburg die bedingungslose Akzeptanz durch Dänemark ein.

Außerdem unternahm Hamburg in dieser Zeit erste Schritte in Richtung Medienstadt. Mit der Gründung des international beachteten „Hamburger Korrespondenten“ wurde eine der ältesten und bedeutendsten Zeitungen Deutschlands ins Leben gerufen.

Die Katastrophen des 19. Jahrhundert  - Städtebrand und Cholera

Im 19. Jahrhundert gingen bedeutende historische Bauwerke von Hamburg für immer verloren. 1813 fiel die Napoleonische Armee in Hamburg ein, und legte große Teile der Stadt in Schutt und Asche. Besonders in Eimsbüttel wurden ganze bürgerliche Wohnviertel unter dem Feuer der Franzosen zerstört.
Das Nikolaifleet fiel 1842 einer geradezu absurden Brandkatastrophe zum Opfer: In den Handelsspeichern, in denen u.a. leicht brennbarer Hanf und Alkohol gelagert wurden, kam es zu einem Feuer. Um sich vom leicht entzündbaren Alkohol zu befreien, warfen die Bürger ihre Bestände in die Fleete. Das Fleetwasser aber wurde zum Löschen genutzt, die Folge: Mit jedem Löschversuch wurde das Feuer noch weiter angefacht. Ein Viertel der Stadt Hamburg verbrannte. Um die Ausbreitung des Feuers bis an die neu errichtete Hamburger Börse zu stoppen, wurde das damalige Rathaus gesprengt. Nach dem großen Brand entstanden zahlreiche neue Gebäude, zu ihnen gehören auch die attraktiven Alsterarkaden.

50 Jahre später wurde Hamburg erneut Opfer einer Katastrophe. Etwa ein Zehntel aller Hamburger, ca. 9000 Menschen starben an der Cholera. Robert Koch, der eilends gerufen wurde, um mit seinen Erkenntnissen die Seuche in den Griff zu bekommen, zeigte sich entsetzt über die Hamburger Elendsviertel und bezeichnete sie als „Brutstätten“ für jede Art von Virus.

Der Aufschwung ab 1850

Ebenfalls in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Industrialisierung der Stadt.
Verarmte Landbewohner strömten nach Hamburg, um sich als Arbeiter in einer Fabrik zu verdingen.

Für viele Glückssucher war die Reise in Hamburg jedoch nicht zu Ende. Mit seinem Hafen wurde Hamburg für viele Deutsche zum „Tor zur Welt“, hier begann ca. 1850 die erste große Auswanderungswelle nach Amerika.

Die Stadt Hamburg selbst begann in einer bisher nie erlebten Geschwindigkeit zu wachsen. Arbeiterwohnviertel und Bürgerhäuser entstanden. Eine der spektakulärsten Bauleistungen dieser Zeit war die Speicherstadt.
Als Hamburg 1871 dem Deutschen Reich beitrat, wurde ihm durch ein Gesetz zugesichert,
dass Waren innerhalb des Hafengebietes zollfrei gelagert, bewegt und verarbeitet werden dürfen. Um das Gesetz nutzen zu können, riss man ein komplettes Wohnviertel aus dem 17. Jahrhundert ab und errichtete die Speicherstadt des Hamburger Freihafens, die heute noch zu den Sehenswürdigkeiten Hamburgs gehört.

Das gesprengte Rathaus wurde durch den Bau des heutigen Rathauses ersetzt. Das klassizistische Bauwerk sollte an den Buckingham-Palast erinnern. Zum Glück ist es während des 2. Weltkrieges nur wenig beschädigt worden.

1900 bis 1945 – Gründerzeit und Krieg

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichte der rasante Wachstum von Hamburg seinen Höhepunkt. In gut vierzig Jahren, von 1871 bis 1914 hatte sich die Bevölkerungszahl mehr als verdreifacht und zählte erstmals eine Millionen.

In der Gründerzeit um die Jahrhundertwende entstanden außerdem zahlreiche bedeutende Bauwerke von Hamburg, wie das Alsterhaus oder das berühmte Hotel Vierjahreszeiten.
Durch die rasante industrielle Entwicklung wurde Hamburg auch als Arbeiterstadt berühmt. Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie ist eng mit Hamburger Persönlichkeiten und Initiativen verbunden.

1937 wurden die einstigen Nachbarstädte Altona und Harburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz eingemeindet. Doch schon bald wurde die neue Großstadt Hamburg zerstört.
Mit der sogenannten Aktion „Gomorrha“ flogen drei Nächte lang alliierte Bombenflugzeuge aus England und den USA über die Stadt. In dieser Zeit starben ca. 45.000 Menschen und fast eine Millionen wurden obdachlos.

Ab 1945 Hamburg – Entwicklung zur modernen Hafenstadt

Dank des raschen Wiederaufbaus und der schnellen Wirtschaftsentwicklung konnte sich die Hafenstadt Hamburg allmählich von den Kriegsschäden erholen. Neben dem Aufbau eines modernen Containerhafens entwickelte sich Hamburg nun auch zur Medienstadt. Hier wurden der Spiegel und der Axel-Springer-Verlag gegründet. Später folgten Gruner und Jahr und der Jahreszeiten Verlag.

Nur einmal wurde Hamburg noch von einer Katastrophe heimgesucht. Bei der Flutkatastrophe von 1962 kamen 300 Menschen ums Leben.

Heute ist Hamburg nach Berlin die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die wirtschaftlich stärkste Stadt im Norden Deutschlands. Der Hamburger Hafen ist nach Rotterdam der zweitgrößte Europas.

Die Freie und Hansestadt hat sich den Status der Eigenstaatlichkeit erhalten. Sie ist gleichzeitig Stadt und Bundesland, wobei der Hamburger Senat sowohl kommunale als auch Länderinteressen vertritt.

Hamburg hat 1,8 Mio. Einwohner. Die Hansestadt unterhält 8 Städtepartnerschaften und gehört seit Errichtung der Neuen Messe auch zu den größten Messestädten Deutschlands. In den letzten Jahren hat sich Hamburg, das zuvor eher den Ruf der „Business-Stadt“ hatte, auch als Tourismusziel attraktiver gestaltet. Die Besucherzahlen erhöhten sich um mehr als zehn Prozent und Hamburg rangiert nach Berlin und München nun auf Platz drei der meist besuchten Städte Deutschlands.

Mit dem ehrgeizigen Hafencity-Projekt will Hamburg seine Attraktivität weiter ausbauen. Architektonisches Highlight soll die Elbphilharmonie sein, die wie ein gigantischer Schiffsbug in die Elbe ragen wird.


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